Ausflug des Kreises Kirche, Kaffee und Kultur zum Regierungsbunker nach Ahrweiler
von Mike Krüger
23.09.2025
Vor Ort angekommen wurden wir von einem Mitarbeiter zu der Führung abgeholt und wir tauchten in einen Ort der Erinnerung und Mahnung ein. Wir erfuhren, dass der Bunker ursprünglich als ein strategischer Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes dienen sollte und für den Krisen-und Verteidigungsfall konzipiert war, es sollte die vollständige Funktionsfähigkeit der deutschen Regierung im Kriegsfall gesichert werden. Auch im Falle eines Atomkrieges.
Anfangs handelte es sich um einen ungenutzten Eisenbahntunnel in dem eine Champignonzucht eingerichtet wurde. Die Ahr-Edelpilz-Zuchtgenossenschaft mit Sitz in Ahrweiler war 1939 mit 25.000 m² Anbaufläche der größte Champignon-Zuchtbetrieb im Deutschen Reich. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde die Champignonzucht kontinuierlich reduziert. In den letzten Tagen des Krieges suchte die Zivilbevölkerung in den Tunnelanlagen Schutz vor Bombenangriffen.
Der nicht zum ursprünglichen Zweck genutzte Eisenbahntunnel wurde die bauliche Grundlage für alle weiteren Ausbauarbeiten von 1960 bis 1972 am Regierungsbunker.
Mit einer gigantischen unterirdischen Ausdehnung von 17,3 km (heute sind nur noch 203 Meter als Dokumentationsstätte zu besichtigen) und ihren atombombensicheren Toren wurde die riesige Bunkeranlage nicht nur das Staatsgeheimnis Nummer 1, sondern auch das teuerste Bauwerk Deutschlands.
Der Regierungsbunker war darauf ausgelegt über 3.000 politische, militärische und wirtschaftliche Entscheidungsträger aufzunehmen. Zu diesem Zweck war die Anlage mit allen technischen Einrichtungen sowie Dingen des täglichen Lebens für bis zu 30 Tage autark ausgestattet, selbst an einen unterirdischen Friseursalon war gedacht worden.
Ab 1966 probte die Nato alle 2 Jahre den Ernstfall im Regierungsbunker. Nach dem Mauerfall 1989 wurden die Übungen eingestellt.
Interessanter Weise hat außer Ludwig Erhard, der den Bunker seinerzeit eingeweiht hat, hat kein anderer Kanzler den Bunker jemals gesehen. Bei den Übungen gab es Doubles die den Kanzler ersetzten.
Nach der beeindruckenden Führung, fuhren die die Ausflügler nach Ahrweiler und hatten dort noch Zeit zur freien Verfügung. Sie konnten einkehren, den Markt besuchen und die nach der Flut neu restaurierte Kirche besichtigen.
Gegen 18.30 Uhr kamen alle wieder in Aegidienberg an und mit dem Ahr Psalm endete der schöne Ausflug.
Vielen Dank an die Fahrer*innen der Fahrzeuge, die uns gesund transportiert haben.
Ulrike Hüllen
