Die Evangelische Frauenhilfe in Deutschland – 125 Jahre Evangelische Frauenhilfe im Rheinland
von Kai Zielke
04.05.2026
Ein Verein mit langer Tradition
Der Verband der Evangelische Frauenhilfe wurde am 01. Januar 1899, unter der Schirmherrschaft der deutschen Kaiserin Auguste Viktoria gegründet. Sie bot seit ihrer Gründung Frauen im kirchlichen Raum Möglichkeiten des gesellschaftlichen Engagements und Raum für gesellige Zusammenkünfte.
Der Frauenverband, war der Nachfolger der von Probst Hermann von der Goltz im Jahr 1890 gegründeten „Frauenhülfe“ des Evangelisch-kirchlichen Hülfsverein (EKH) mit Sitz in Potsdam. Unter Goltz entwickelte sich in seiner Heimatgemeinde in Berlin, eine vorbildliche Gemeindepflege in einem 1892 errichteten Gemeindehaus.
Auch Krankenpflegestationen wurden durch ihn seit 1890 eingerichtet, in denen die ersten ehrenamtlich tätigen Frauen, für die Unterstützung der dort arbeitenden Diakonissen, mitwirkten. Von Berlin aus wurde die Frauenhilfe dann auf das gesamte Reichsgebiet ausgeweitet,
Seit 1916 war sie dann unabhängig als eigener Verein mit Sitz in der Potsdamer Mirbachstraße (heute Leistikowstraße) 1. Das dortige Vereinshaus wurde im Jahr 1918 fertiggestellt. Ab 1926 hatte die Frauenhilfe mit Gertrud Stoltenhoff erstmals eine weibliche Vorsitzende.
Im Jahr 1933 wurde unter dem Nationalsozialisten Pfarrer Hans Hermenau die Frauenhilfe in Reichsfrauenhilfe umbenannt, mit dem Versuch der Gleichschaltung im sogenannten Dritten Reich, später wurde Hermenau wegen Unregelmäßigkeiten in der Amtsführung 1935 entlassen und sein Nachfolger Pfarrer Adolf Brandmeyer führte die Frauenhilfe in die Nähe der Bekennenden Kirche.
1945 beschlagnahmte die sowjetische Militäradministration das Vereinsgebäude in Potsdam und richtete dort ein Untersuchungsgefängnis der Militärspionageabwehr. Das Haus kann heute als Erinnerungsstätte besucht werden.
1949 wurde die Reichsfrauenhilfe wieder umbenannt in „Evangelische Frauenhilfe in Deutschland“ und teilte sich bis 1992 in ihre Ost- und West Teile. Seit 2008 arbeitet die Evangelische Frauenhilfe nun im neuen Dachverband der Evangelischen Frauen in Deutschland (EFiD) mit weiteren 40 evangelischen Frauenverbänden.
Geschichte der Frauenhilfe im Siebengebirge
In Niederdollendorf gab es seit 1905 ein von der Dollendorfer Frauenhülfe e.V. errichtetes Gebäude als eine „Heimstatt für unehelich geborene Säuglinge und Kinder bis zu acht Jahren“. Dieses Evangelische Säuglingsheim bestand bis 1910 und wurde von Fräulein Frida Caron als Vorsitzende geleitet. Ab 1912 wurde das Gebäude dann als Eisenbahn-Erholungsheim weitergenutzt.
Frauenhilfe im Siebengebirge nach dem zweiten Weltkrieg
Die Evangelische Frauenhilfe war auch in der Landgemeinde Oberkassel von Anfang an Teil der diakonischen Gemeindearbeit. Auch in Oberpleis, dem zweiten evangelischen „Zentrum“ neben Oberkassel, gab es schon von Anfang an eine Frauenhilfegruppe, die sich noch privat in den eigenen vier Wänden getroffen hat.
Mit Bau unserer Bartning (Not-) Kirche im Jahr 1949 fanden die Gruppenabende der Oberpleiser Frauenhilfe nun in der neuen Kirche statt und waren „ein Stück (neue) Heimat“ für viele Generationen von evangelischen Frauen.
Mit den folgenden Ausgründungen von neuen evangelischen Kirchengemeinden in Richtung Stieldorf-Heisterbacherrott und Königswinter-Ittenbach entstanden dort eigene Frauenhilfegruppen.
Oberpleiser Frauenhilfe
Als Nachfolgerin von Frau Finke (ehemalige Pfarrfrau in Oberpleis) leitete Frau Steiner die Oberpleiser Frauenhilfe mit viel Liebe und Herzblut seit 1990. Der gegenseitige Kontakt untereinander wurde gepflegt, die Gruppennachmittage im Gemeindehaus wurden von themenbezogenen Veranstaltungen mit Referentenvorträgen und langjähriger Unterstützung auch durch Pfarrer Schmitz nach und nach zum eng verbundenen gemeinschaftlichen Austausch bei Kaffee und Kuchen.
Aufgrund des steigenden Alters der Teilnehmerinnen, haben sich die verbleibenden Frauen entschieden, die Frauenhilfegruppe in Oberpleis 2025 zu beenden. Wir blicken mit großer Dankbarkeit auf die Beteiligung am Gemeindeleben und das über viele Jahrzehnte Frauen stärkende Angebot in unserer Gemeinde zurück.
Gegenwart und Zukunft der Frauenarbeit in unserer Siebengebirgsgemeinde
Oberpleis
Neben der ehemaligen Frauenhilfe in Oberpleis haben sich in den vergangenen Jahren alternative Formate der Frauenarbeit in unserer Gemeinde etabliert, zum Beispiel der Oberpleiser Frauenstammtisch, der sich, schon seit vielen Jahren, einmal monatlich, unter Leitung von Frau Schuh, im Gemeindehaus trifft. Spiele- oder Themenabende, Filmabende oder Kochabende, ein stets buntes und abwechslungsreiches Programm. Aber auch die Gruppen: „Frauen lesen die Bibel“ und „Frauen lesen Literatur“, sind weiterhin aktiv im Oberpleiser Gemeindeleben verankert.
Aegidienberg
Die Aegidienberger Frauenhilfegruppe trifft sich immer am ersten Donnerstag im Monat, von 15:00 bis 17:00 Uhr, im Gemeindehaus. Bei Kaffee und Kuchen mit theologisch oder sozialem Thema wird diskutiert und Neues entdeckt.
Auch das Ökumenische Frauenfrühstück, an jedem 2. Mittwoch im Monat von 09:30 bis 11:30 Uhr bietet ein harmonisches Miteinander mit gesellschaftlichen (Vortrags-)Themen im Gemeindehaus.
Ittenbach
Im Gemeindehaus trifft sich an jedem 2. Dienstag im Monat von 09:00 bis 12:00 Uhr das Frauenfrühstück, das sich neben dem gemeinsamen Frühstücken auch theologischen, literarischen, praktischen oder gesellschaftspolitischen Themen widmet. Auch gemeinsame Ausflüge stehen auf dem Programm.
Stieldorf
Im Gemeindehaus trifft sich an jedem dritten Mittwoch im Monat der Seniorenkreis von 14:30 bis 16:30 Uhr. Weitere Angebote hier sind das Gedächtnistraining oder der Literaturkreis.
Die Frauenarbeit unserer Gemeinde, schauen Sie gerne bei einem der Angebote vorbei. Unsere Homepage bietet dazu eine breite Übersicht.
Kai Zielke
