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Evangelisch pilgern im Siebengebirge – mit Paul Gerhardt im Gepäck

von Birgit Retzmann

22.10.2026

Zum mittlerweile 5. Pilgertag unserer Kirchengemeinde trafen sich am 18. Oktober rund 40 Pilgerbegeisterte.


Zum mittlerweile 5. Pilgertag unserer Kirchengemeinde trafen sich am 18. Oktober rund 40 Pilgerbegeisterte; manche schon zum 5. Mal, manche das erste Mal dabei. Die Teilnehmenden kamen aus unserer Gemeinde, aber auch aus dem ganzen Kirchenkreis an Rhein und Sieg.

Gestartet wurde wieder im Gemeindehaus Birlinghoven mit einer ersten Andacht, die das Motto des Tages vorstellte: zum 350. Todestag von Paul Gerhardt – sein Leben, sein Wirken, seine Lieder, seine Erfahrungen und seine beständige Zuversicht, sein Vertrauen auf Gott allen Schicksalsschlägen seines persönlichen Lebens zum Trotz und auch angesichts der Krisen seiner Zeit (Religionskämpfe, 30jähriger Krieg, …). Eindringlich wurden sein Lebenslauf, seine Erfahrungen und sein Umgang damit vorgestellt und begleiteten die Pilgerschar durch den Tag und fanden in jeder Andacht entlang des Weges ihren Niederschlag in einfühlsamen Texten, „klassischen“ Liedern in einer überraschenden Zusammenstellung – wer rechnet schon mit dem Weihnachtslied „Ich steh´ an Deiner Krippe hier“ zu Beginn der Herbstferien? – mit Impulsen, die zum Nachdenken auch auf den folgenden Pilgeretappen einluden. Über Stieldorf, Oberpleis, Ittenbach bis hin zur Abschlussandacht in Aegidienberg führte der Weg, fast 20 km wurden gegangen. Sei es im munteren Gespräch, sei es in Stille und persönlichem Innehalten. In jedem Gemeindehaus wurde ausreichend Pause eingerichtet und ein kleiner Snack angeboten, um bei Kräften zu bleiben. Allerdings: wer doch ein wenig schwächelte, konnte sich auch dieses Jahr in einer Rikscha des Vereins „Radeln ohne Alter (Bonn)“ von Rainer Jansen einen kleinen Teil des Weges kutschieren lassen … genauso erlaubt war aber auch, den Blick aus der Rikscha schweifen zu lassen und sich zwischendurch einfach auszuruhen.

Den Abschluss des Pilgertages bildete die, von Mike Krüger und Superintendentin Almut van Niekerk gehaltene, Schlussandacht in Aegidienberg, die noch einmal den Tag mit seinen verschiedenen Etappen, Eindrücken, Blicken in die wunderbare Natur des Siebengebirges, aber auch der Mühe des Weges, dem Durchhalten trotz „summender Füße“ Revue passieren ließ. Es galt, sich dem „Angekommen sein“ bewusst zu werden, ein wunderbares, zufriedenes Gefühl für Körper und Geist nach der Anstrengung des Tages. Folgerichtig legt auch das geistliche Wort dieser Etappe die Aufmerksamkeit auf die Ruhe mit dem Spruch aus dem Buch Prediger

„Besser eine Hand voll Ruhe, als zwei Hände voller Mühe und Haschen nach dem Wind.“ (Prediger 4, 6).

Gekrönt wurde das Ankommen wieder durch zwei leckere Suppen, die die Männerkochgruppe Aegidenberg wunderbar zubereitet hatten! Selbst ein herbstlicher Nachtisch – Bratapfel mit Vanillesauce – durfte nicht fehlen und bewies einmal mehr: auch deshalb lohnt sich das Pilgern im Siebengebirge!

Gerne vormerken: auch im Herbst 2027 wird es wieder einen Pilgertag geben.

Sabine & Andreas Pichler

Fotos: Mike Krüger, Ute Krüger, Birgit Retzmann